CRN 2011 – das rockt!


Dieser Beitrag wurde geschrieben von: shirley

In diesem Jahr feierte der CVJM Ennepetal-Rüggenburg 100-jähriges Bestehen und stellte deshalb ein Jubiläumsprogramm auf die Beine.

Zahlreiche bekannte Bands der christlichen Szene, unter anderem Skillet, RED, Hawk Nelson und Stellar Kart, traten vor insgesamt 1600 Besuchern der Christmas Rock Night auf.
Das gab ziemlich was auf die Ohren und forderte die Menge zum Mitsingen, Tanzen, Headbanging, Jubeln und Klatschen auf. Kein Wunder also, dass fast jede Band mit einem lauten: „One more song! One more song! …“, vom Publikum zurück auf die Bühne gebeten wurde.

Aber nun von Anfang an…
In Ennepetal angekommen, tauchte das Mehr-Generationen-Haus vor uns auf. Draußen war eine Schlange vor der Kasse, doch trotz der Kälte standen alle Wartenden schön artig an. Im Haus angekommen, begegnet man jeder Menge unterschiedlicher Leute, vom Normalo, in Jeans mit Pulli oder Fan mit entsprechendem Logo auf dem T-Shirt, bis zum Goth, Punk oder tätowierten Rocker; vom Kind, Jugendlichen, jungen Erwachsenen, bis zum Ende 40er und darüber hinaus.
Und das Beste war, jeder feierte auf seine Art: Die einen saßen, die anderen standen, die einen sangen, die anderen grüllten, die einen machten headbanging, die anderen pogten.

Aber eines taten sie alle – das Konzert genießen!

Und je später der Abend wurde, des so voller wurde es in der Mainhall. Vor allem am Freitag war dieses recht offensichtlich, was vermutlich auf die Anfangszeit von 17 Uhr zurückzuführen ist und weniger auf John Coffey, der die CRN sozusagen eröffnete.
Wer auch um 18 Uhr noch nicht eingetroffen war, verpasste I am Empire und somit einen Sänger in voller Ekstase, wie es auf einigen Bildern sicherlich unschwer zu erkennen ist ;) .

Diesem Auftritt folgten auf der Mainstage Remedy Drive, Children 18:3 und Hawk Nelson sowie zu guter Letzt Skillet, die von vielen Fans heiß ersehnt wurden. Ihr Auftritt grenzte sich nicht nur durch ein E-Gitarrensolo und einer beeindruckenden Schlagzeugeinlage ab, sondern stach vor allem durch die live Geigen- und Celloeinlagen aus der Menge heraus. Auch der Sänger John Cooper schien in Anbetracht dessen, dass es der vorletzte Auftritt  dieses Jahr in Deutschland war alles zu geben.

Nach dem der Freitag daher schon eine Reise wert war, brachte am Samstagnachmittag gleich die erste Band die Leute erneut ins Schwitzen, denn Trinity eröffnete den zweiten Tag der CRN. Diese Band war jedoch so ganz anders, als die anderen Bands. Zwar forderten auch diese das Publikum zum Klatschen, Singen usw. auf, aber Trinity motivierte die Menge zum Line Dance (rechtes Bein hoch, linkes Bein hoch) etc., sodass der Vergleich mit Animateuren auf einem Clubschiff in Richtung Sonne sich förmlich aufzudrängen schien. Dementsprechend ging die Musik auch eher in Richtung Pop-Folklore als in Richtung Rock. Trotzdem schienen sich sehr viele Besucher von der Musik völlig fesseln zu lassen und tanzten nicht nur ausgelassen, sondern trugen teils sogar Partyhüttchen und warfen Luftschlangen.

Das Finale auf der großen Bühne übernahmen hingegen Stellar Kart, HB und RED. Vor allem bei RED war die Halle mit Fans gefüllt, da es ihr einizger Auftritt in Deutschland in 2011 war. Allein das auf die Bühne gehen der Band wurde von spannungsgeladener Musik und Lichteffekten eindrucksvoll inszeniert. Wie der Rest der Show war, kann man sich daher wohl denken ;) .
HB wiederum war vor allem etwas für „Nightwish-Liebhaber“, denn vor allem die starken Orchestraelemente bestimmen den Stiel der Band. Um so bedauerlicher war es daher – vor allem durch den Vergleich mit Skillet vom Vortag – dass Geigenspieler etc. nicht vorhanden  waren.

Der ganz besondere Flair der CRN entstand jedoch nicht nur durch die gute Musik und das friedliche Miteinander, sondern auch durch die „Kurzpredigten“ der Künstler und die privaten Erzählungen der Künstler.

So erhielt der Song „last night“ von Skillet für den einen oder anderen sicherlich eine ganz andere Bedeutung Anbetracht der Tatsache, dass der Sänger diesen Song ursprünglich für eine suizidgefährdete Freundin sang. Tobias Hundt hingeben gab seine eigene Definition von Gnade, die sicherlich manche nachdenklich und dankbar werden ließ.
Die Sängerin Johanna Aaltonen von HB betete sogar mit dem Publikum und schien vielen damit aus dem Herzen zu sprechen, denn Jubelschreie von allen Seiten waren die Resonanz.

Was die CRN aber außerdem von vielen anderen Rockkonzerten mit namenhaften Künstlern abgrenzt, ist die Tatsache, dass die Bands – zum Leitwesen der Fotografen, die sich durch die Menge „kämpfen“ mussten – für das Publikum zum Anfassen nah waren und das nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Merchandiseroom, wo die Bands für Autogramme, Fotos etc. zur Verfügung standen. Vor allem die Bandmitglieder von Icon for Hire, die ihren ersten Auftritt in Deutschland hatten, mischten sich munter unter das Volk und waren auf Grund ihres recht auffallenden Äußeren nicht zu übersehen (siehe Bilder). Doch wer auf Grund dessen einen punkigen Sound erwartete, der wurde durchaus überrascht, denn die Band ließ es ziemlich rocken. Dabei war ihr erster Auftritt auf der Sidestage nicht ganz problemlos, war doch auf einmal der Gesang von Ariel nicht mehr zu hören. Auch ansonsten gab es bei der Technik an diesem Wochenende Einiges, dass man hätte verbessern können, so passte beispielsweise auch das Verhältnis zwischen Gesang- und Instrumentenlautstärke nicht immer ganz.

Doch durch die geniale Auswahl der Bands, die immer professionell reagierten, schaute man schon mal über technische Probleme hinweg.

Schwieriger war es da schon mit dem Essen. Denn sowohl das Gyros als auch die Pizza, die man auf dem Flur erwerben konnte, waren kalt. In der Nähe des Talkbereichs, in dem die auftretenden Bands vor ihren Fans Fragen beantworteten, gab es hingegen Waffeln. Diese waren ebenso wie das Fleisch vom Grill, auf das man schon mal 40 Minuten warten musste, warm. Doch durfte man beides nicht mit in die Konzerträume nehmen. Dieses führte dazu, dass einige mit ihrem Essen draußen in der Kälte standen.

Ebenfalls etwas bedauerlich war die Tatsache, dass die Künstler mit einem Enthusiasmus angekündigt wurden, der einfach nur gigantisch war *räusper*, aber die Gitarrenriffs brachten das Publikum immer in Stimmung.

So kann man sagen, dass die CRN organisatorisch betrachtet in mancherlei Hinsicht durchaus noch verbesserungswürdig ist. Was die Musik angeht, kann sich aber wohl kaum einer der Besucher beklagen, denn die Stimmung war super!

Auch wenn Ihr den Sound nicht hören könnt, verschafft Euch doch einen kleinen Einblick über die Fotos der CRN 2011 ;) .

Fotos:
Tag 1 (Freitag)
Tag 2 (Samstag)

Text: Simone Fißmer
Fotos: Tobias Kästner

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